Geschichte

Die Gründung

1883 Moriz von Kuffner, Großindustrieller und Besitzer der Ottakringer Brauerei, gründet auf Initiative von Norbert Herz eine private Sternwarte. Die erste Einrichtung umfasst einen Meridiankreis sowie den astrophysikalischen Refraktor.




1886-1891 Norbert Herz
, erster Direktor der Sternwarte, beginnt an ehrgeizigen Projekten, wie etwa dem "Zonenunternehmen der Astronomischen Gesellschaft für südliche Deklinationen" mitzuwirken.



Wissenschaftliche Erfolge

1891-1916 Leo de Ball wird neuer Direktor der Sternwarte und verleiht dem Observatorium internationales Ansehen. 8468 Sterne werden katalogisiert und in Publikationen veröffentlicht. Die Sternwarte wird erweitert, neue Instrumente werden auf der Sternwarte aufgestellt, so das größte Heliometer der Welt und ein Vertikalkreis.



1896-1899
Der bedeutende Astrophysiker Karl Schwarzschild wirkt an der Sternwarte und findet am Refraktor ein grundlegendes Gesetz zur Schwärzung photographischer Platten - den sogenannten "Schwarzschild-Effekt".





1. Weltkrieg und Zwischenkriegszeit


1917-1938 Die Sternwarte bleibt bis 1928 geschlossen. Die Weltwirtschaftskrise zeigt ihre Folgen und Moriz von Kuffner überlässt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften seine Sternwarte für Forschungszwecke. Die Akademie der Wissenschaften tritt jedoch 1933 frühzeitig vom Vertrag zurück. Das Observatorium fällt wieder unter die Obhut von Kuffner.

Schwere Zeiten

1938-1945 Moriz Kuffner und seine Familie verkaufen die Brauerei und müssen in die Schweiz emigrieren, wo Moriz im März 1939 in Zürich stirbt. Die Sternwarte wird durch die Nationalsozialisten enteignet und für parteipolitische Zwecke genützt.

Die Sternwarte in der astronomischen Bildung

1946-1982
Nach dem Krieg wird die Sternwarte einer neuen Bestimmung übergeben und 1947 als Institut der Volksbildung wiedereröffnet. Die Leitung der neu gegründeten Volkssternwarte übernimmt der Chemiker Walter Jaschek. 1950 wird die Sternwarte an die Familie Kuffner rückübertragen und von dieser an eine Baugenossenschaft verkauft. Die Volkshochschule betreibt die Sternwarte sodann bis 1982.

Verein der Freunde der Kuffner-Sternwarte

1982-1995 Der neu gegründete Verein "Freunde der Kuffner-Sternwarte" organisiert ehrenamtlich den Sternwartenbetrieb bis 1995. Im Jahre 1987 erfolgt der Ankauf der Sternwarte durch die Stadt Wien und von 1989-1995 die umfangreiche Renovierung und Erweiterung der gesamten Sternwarte. Die originalgetreue Restaurierung der astronomischen Instrumente beginnt 1993.

Ein neuer Aufbruch

Herbst 1995: Beginn des Betriebes mit hauptberuflichen Mitarbeitern und einem neuen Führungskonzept.

September 2000: Die Sternwarte wird unter eine gemeinsame Leitung mit dem Zeiss Planetarium der Stadt Wien und der Urania Sternwarte gestellt. Im September 2002 kann die Fertigstellung der Restaurierung aller astronomischen Instrumente der Kuffner-Sternwarte gefeiert werden.

Seit Anfang 2008 bildet die Kuffner Sternwarte gemeinsam mit dem Wiener Planetarium und der Urania Sternwarte die spezialisierten Einrichtungen für Astronomie innerhalb der Wiener Volkshochschulen GmbH.

 

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