Geschichte

Damals und heute

In Wien hat der "Himmel auf Erden" eine lange Tradition - blicken wir zurück in eine bewegte Geschichte:

Es begann alles im München. Bereits im Jahre 1906 ließ Oskar von Miller, Gründer und erster Generaldirektor des neu errichteten Deutschen Museums, Planetariumsmodelle für seine Astronomieausstellung anfertigen. 1911/12 reifte die Idee einer Planung von zwei Planetarien - eines geozentrischen und eines heliozentrischen. Das geozentrische oder ptolemäische sollte aus einer Riesenkugel mit einem Durchmesser von 8 Metern gestaltet sein, in dessen Mittelpunkt sich der Besucher befindet. Im Juli 1913 folgte von Oskar von Miller eine konkrete Anfrage zur Konstruktion eines Planetariums bei der Firma Carl Zeiss in Jena, welche im Oktober von Carl Zeiss schließlich angenommen wurde. Die entscheidende Idee zur Projektion der Planeten und Fixsterne aus einem zentralen Projektor an die Innenseite einer Kugelfläche stammte von Walther Bauersfeld und Rudolf Straubel (24.2.1914). Damit war das Projektionsplanetarium in den Ingenieursköpfen geboren, der Weg bis zur technischen Realisierung sollte jedoch noch weitere 10 Jahre in Anspruch nehmen. Nach kriegsbedingten Unterbrechungen konnte ab 1918 die Arbeit erneut aufgenommen werden. Es vergingen erneut 5 Jahre, ehe von Oktober bis Dezember 1923 ein erster Probebetrieb in München realisiert werden konnte. In der Folge wurde das Gerät zur Optimierung und Weiterentwicklung wieder nach Jena geschickt. Am 7. Mai 1925 fand schließlich die offizielle Inbetriebnahme des weltweit ersten Planetariumsprojektors im Deutschen Museum in München statt. Die Idee und das Konzept verbreiteten sich rasch und in den folgenden zwei Jahren wurden in Deutschland bereits acht weitere Planetarien in Betrieb genommen.

Das erste Planetarium außerhalb des Erfinderlandes Deutschland wurde in Wien am 7. Mai 1927 vor dem heutigen Museumsquartier für die Ausstellung "Wien und die Wiener" eröffnet. Bald galt es als wahre "Wundermaschine" - technisch war es bereits die zweite Generation des Projektionsgerätes (Modell II) von Carl Zeiss Jena. Die Vorstellungen wurden in der Folge regelrecht gestürmt und 1931 erfolgte ein dauerhafter Aufbau des Planetariums am Praterstern. Geleitet wurde es vom bekannten Astronomen Oswald Thomas, der speziell für seinen Atlas der Sternbilder große Bekanntheit erlangte. Der Zweite Weltkrieg setzte den Vorführungen jedoch ein jähes Ende und das Planetarium überstand die Zeit bis 1945 nicht.

Fast zwanzig Jahre vergingen, bis am 16. Juni 1962 der damalige Bürgermeister von Wien, Franz Jonas, den Grundstein für das neue Planetarium legte. Es fand seinen Standort neben dem berühmten Wiener Riesenrad im Eingangsbereich des Wiener Praters. Ausgestattet mit einem Projektormodell Nr. IV von Carl Zeiss Oberkochen zeigte es vier Jahrzehnte lang Kindern und Erwachsenen die Faszination des Sternenhimmels. Hermann Mucke leitete das Planetarium von 1964 bis 2000 mit großem Erfolg und machte es zum Zentrum astronomischer Volksbildung in Österreich.

Fast vierzig Jahre nach der Eröffnung des zweiten Wiener Planetariums genehmigte die Stadt Wien im Sommer 2000 die umfassende Modernisierung der gesamten Kuppeltechnik sowie die Neugestaltung des Kuppelsaales. Seit Herbst 2002 besitzt das Wiener Planetarium mit dem Universarium (Modell IX) von Carl Zeiss Jena das derzeit modernste Planetariumsgerät der Welt. Gemeinsam mit dem Laserbildprojektor ZULIP bietet es neue Dimensionen an einer Planetariumskuppel. Der Bogen spannt sich von bewegten Satellitenmodellen vor dem Sternenhintergrund über Planetenanimationen im Sonnensystem bis hin zu unterstützenden Videos und Bildern bei didaktischen Präsentationen.

Seit Anfang 2008 bildet das Planetarium gemeinsam mit der Kuffner- und der Urania Sternwarte die spezialisierten Einrichtungen für Astronomie innerhalb der Wiener Volkshochschulen GmbH.

 

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